Der in der Ausgabe der DIN VDE 0100-520 von 2013 [2] angegebene Rechenweg ist schlecht bis gar nicht dokumentiert und daher irreführend. Dennoch ist er wenigstens in einem Punkt korrekt. Man muss nur erst dahinterkommen. So ist es logisch und richtig, bei dreiphasigen (symmetrisch belasteten) Netzen für Hin- und Rückleiter mit einem Faktor von
statt 2 zu rechnen. Folgende Überlegung führt dorthin:
Der Verkettungsfaktor
Betrachtet man in einem Wechselstromkreis die Verläufe der Spannungsfälle auf Hin- und Rückleiter, so sind diese um 180° gegeneinander versetzt, da auch die Ströme um 180° gegeneinander versetzt verlaufen.
Deswegen ergibt sich in Summe (im Effektivwert) das Doppelte des Spannungsfalls einer Ader, weil dies auch für jeden Augenblickswert gilt (Bild 1).
In einem Drehstromsystem ist dies nicht so. Wie die Spannungen und (bei symmetrischer, sinusförmiger Belastung) die Ströme verlaufen natürlich auch die Spannungsfälle in den Außenleitern sinusförmig und mit einem Phasenversatz von 120° gegeneinander. Der Spannungsfall zwischen zwei Außenleitern ist [...]