Automatische Wiedereinschaltung
Niederspannungsanlagen
In Niederspannungsanlagen findet das Prinzip der automatischen Wiedereinschaltung (AWE) zuweilen in Verbindung mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) Anwendung. Eine z. B. durch Blitzschlag ausgelöste RCD schaltet innerhalb kurzer Zeit wieder selbsttätig ein, nachdem die Schutzeinrichtung durch Prüfung die Intaktheit (Funktionsfähigkeit) des betreffenden Stromkreises festgestellt hat. Bei einem sicherheitsrelevanten Fehler, z. B. Erdschluss, wird die AWE automatisch gesperrt.
Hochspannungsnetze
In Hochspannungs-Freileitungsnetzen treten die meisten Fehler, z. B. Blitzüberschläge, nur verhältnismäßig kurze Zeit und ohne bleibenden Schaden an den Isolatoren auf. Deshalb werden die für die Energieversorgung wichtigen Hochspannungsnetze meist sofort nach dem Abschalten des Fehlers selbsttätig wieder eingeschaltet. Die stromlose Pause zwischen dem Abschalten des Fehlers durch die jeweiligen Schutzeinrichtungen (Überstromzeit- sowie Distanzrelais) und der automatischen Wiedereinschaltung des betreffenden Netzes soll mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen eines Versorgungsausfalls möglichst kurz sein. Die ein- oder dreipolige Kurzunterbrechung (KU) beträgt meist nur wenige Sekunden. Die „schnelle AWE“ (Schnellwiedereinschaltung) erfolgt bereits 0,3 … 1 s nach [...]